Unterrichten

Seit 30 Jahren beschäftige ich mich mit Fragen der Gesangspädagogik und dem Unterrichten und ich bin immer wieder erstaunt, wie vielfältig die Worte und Bilder sein können, die das Phänomen „Singen“ beschreiben. In Studentenzeiten geprägt von meinen Professor*innen Ingeborg Most (Freiburg), Rudolf Piernay (Mannheim/London) und Dietrich Fischer-Dieskau (Berlin) durfte ich auf internationalen Bühnen hervorragende Kolleg*innen kennenlernen, mit denen ich mich oft über gesangstechnische Fragen ausgetauscht habe. Die Zusammenarbeit mit bedeutenden Musikerpersönlichkeiten am Flügel oder am Pult hat meinen musikalischen Erfahrungshorizont zudem maßgeblich erweitert. Bis heute bin ich neugieriger Zuhörer, wenn etwa im „offenen Unterricht“ meine hoch geschätzten Kolleg*innen an der Hochschule für Musik Karlsruhe unsere Studierenden unterrichten oder renommierte Sänger*innen wie KS Brigitte Fassbaender, KS Dorothea Röschmann, Thomas Hampson, Margreet Honig oder Ann Murray an unserer Hochschule einen Meisterkurs geben.

Singen bedeutet für mich das Vereinen von Emotion und Ratio, von Psyche und Physis des Menschen. Wort und Ton, Kommunikation auf höchster Ebene. Dieses in Kombination mit den fünf bis sechs wichtigsten Bühnensprachen und unterschiedlichen Musikstilen macht die Angelegenheit komplex. Aber vor allem macht es glücklich!

Ich empfinde es als Privileg, junge Menschen auf dem Weg zur Bühne begleiten zu dürfen, der meistens zunächst ein Weg zu sich selbst ist. An der Hochschule für Musik im sonnigen Karlsruhe sind die Voraussetzungen dafür mit einem exzellenten Team von Kolleg*innen und den baulichen Gegebenheiten hervorragend. Manchmal gebe ich auch Meisterkurse, wie in Brescia/Italien im September 2021.

Riesig freue ich mich, wenn ehemalige Studierende ihre Erfolge berichten, wie z.B. die Mezzosopranistin Vero Miller (Staatstheater Kassel), der Bassist Seong Weon Lee (Landestheater Detmold) oder der Bariton Bernhard Hansky (Staatsoper Hamburg).

Und immer wieder bin ich neugierig auf junge Menschen, die danach streben, ihre Seele zum Klingen zu bringen.....

Wettbewerbserfolge von Studierenden

2010 Der Bariton Bernhard Hansky (22) qualifiziert sich unter 600 internationalen Bewerbern für das Belcanto Opera Festival Bad Wildbad als "Dandini" in "Cenerentola".
2012 Die Mezzosopranistin Jessica Veronique Miller erhält für ihre Interpretation von Werken von Wolfgang Rihm den Rainer-Koch-Gedächtnispreis des Kulturfonds Baden e.V.
2014 Beim internationalen Wettbewerb Kammeroper Schloss Rheinsberg qualifizierten sich die Mezzosopranistin Jéssica Veronique Miller (21), der Bass Florian Hartmann (22) und der Tenor Florin Emilian Calita(27) für die Mitwirkung bei Mozarts "Die Zauberflöte". Der ehemalige Student Bernhard Hansky singt den Papageno.
  Beim Bundeswettbewerb Gesang (Junior) erreicht die Mezzosopranistin Jéssica Veronique Miller (21) das Finale und erhält den 3. Preis.
2015 Beim internationalen Lions-Wettbewerb auf Gut Immling erhält die Mezzosopranistin Jéssica Veronique Miller (21) den Nachwuchspreis.
  Beim internationalen Bach-Wettbewerb in Greifswald erhält der Bariton Leonhard Geiger (29) den 2. Preis.
  Die Sopranistin Sophie Louise Stengel erhält beim Heinz-Kunle-Wettbewerb für Chanson den 2. Preis.
  Der Bassbariton Seung Weon Lee erhält den DAAD-Preis der Karlsruher Hochschule für Musik.
2016 Die Sopranistin Carlotta Lipski, 21, gewinnt in ihrem 2. Sem. Bachelor den 2. Preis beim Rainer Koch-Gedächtnispreis für die beste Interpretation eines Werkes von Wolfgang Rihm.